Unser Dorf

Jossa, im Naturpark Spessart gelegen, 650 Einwohner, hat seinen Namen von dem gleichnamigen Flüsschen, das kurz unterhalb des Dorfes  gegenüber dem Naturschutzgebiet

„Schachblumenwiesen“

in die Sinn mündet. Es ist der jüngste Ortsteil der Großgemeinde Sinntal, im Altkreises Schlüchtern und im Tal der Jossa.
 
In der Chronik heißt es, dass der Ort in den Jahren 1725 bis 1730 durch Einwohner von Breunings und Burgjoß angelegt wurde. 1734 führte er bereits den Namen „Jossa“.
1698 wird ein „Joßmüller“ genannt, der  auch das erste Wohngebäude erbaute, nachdem er zuvor schon eine Mühle errichtet hatte. Schon früh hatte der kleine Ort eine Schule. 1847 wurde die alte Schule durch einen stattlichen Neubau ersetzt. Das heute von der Grundschule  genutzte Gebäude entstand 1937  und war durch das weitere Ansteigen der Bevölkerung erforderlich. Die

Kirche des Dorfes

wurde in den Jahren 1909 und 1910 erbaut. Vorher besuchten die Kirchgänger die Gottesdienste in Altengronau und Neuengronau.
 
Einen Entwicklungssprung machte Jossa durch den Bau der Eisenbahn Gemünden-Fulda.
1868 wurde mit dem Bau des „Ruppertsberg“-Tunnels begonnen. Auch das

Eisenbahnviadukt

- aus Sandsteinen mit vier Bögen gemauert – entstand. Im Jahre 1874 wurde die neue Strecke fertiggestellt. Neben vielen auswärtigen Arbeitern – u.a. auch aus Italien - hatten mit dem Baufortschritt auch einheimische Bürger  beim Bahnbau Beschäftigung. Viele Männer fanden dann auch nach Fertigstellung der Strecke Arbeit bei  der Eisenbahn, da durch den damaligen Stand der Technik viel mehr  Personal benötigt wurde, wie heute im Zeitalter der Elektronik und der Roboter.
 
Durch den Bau der eingleisigen Nebenstrecke von Jossa  nach Bad Brückenau und nach Wildflecken gewann der Bahnhof Jossa weiter an Bedeutung. Durch die Eisenbahn war es nun möglich, in Jossa auch Holz zu verladen. Dies wirkte sich vorteilhaft für die Forstwirtschaft und für die entsprechenden Rücker- und Fuhrbetriebe aus. So hatten viele Männer durch die Eisenbahn Lohn und Brot, was für den kleinen Ort, der nur über  verhältnismäßig geringe landwirtschaftliche Flächen verfügt, von großer Bedeutung für seine Entwicklung war.
 
Das Eisenbahnviadukt wurde Ende des 2. Weltkrieges  im Jahre 1945 durch ein Kommando der deutschen Wehrmacht gesprengt. Später entstand die heutige Betonbrücke mit drei Bögen.
Diese wurde 1951 eingeweiht. Auch wegen des vorhandenen Gleisanschlusses siedelte sich
ein Jahr später in Jossa ein Erdenwerk an, das auch heute noch erfolgreich als Produzent von gärtnerischen Erden und Substraten auf ehemaligem Bahngelände tätig ist. Noch heute
wird der Gleisanschluss durch den Einsatz von Ganzzügen von dem Unternehmen in bedeutendem Umfang genutzt.
 
Ebenfalls mit der Eisenbahn kamen Ende der 5Oer Jahre des vorigen Jahrhunderts die ersten Feriengäste nach Jossa, das 1978

staatlich anerkannter Erholungsort 

wurde. Ein in jüngster Zeit entstandener eindrucksvoller Hotelbau zeigt, dass viele Urlauber die Vorzüge des idyllisch gelegenen Spessart-Dörfchens in Verbindung mit der vorhandenen Gastronomie zu schätzen wissen.  Das umfangreiche Rad- und Wanderwegenetz führt Erholungssuchende durch eine herrliche Natur mit einem ausgeprägtem und unverwechselbarem Liebreiz.